Abschied und Neubeginn

34 Jahre Caritasdirektorin Katy Schug

— eine Ära geht zu Ende

Caritasdirektorin Katy Schug geht in den Ruhestand und übergibt

das Steuerrad ihrem Nachfolger Frank Zenzen 

28.9.2017 | Beginnend mit einem von Pastor Comes und Diakon Weinand gestalteten Gottesdienst, der ganz im Zeichen „Abschied und Neubeginn“ stand, versammelten sich die rund 180 Gäste in der Pfarrkirche St. Peter in Zell, um Caritasdirektorin Katy Schug in den Ruhestand zu verabschieden und Frank Zenzen als neuen Direktor willkommen zu heißen. Im Anschluss fand der Festakt in der nahegelegenen Zeller Stadthalle mit musikalischer Begleitung von Andreas Sittmann statt. Mit einer bewegenden Feier wurde die langjährige Caritasdirektorin Katy Schug in den Ruhestand verabschiedet. Ihrem Nachfolger Frank Zenzen übergab sie symbolisch das Steuerrad. Manfred Führ, Vorstandsvorsitzender des Caritasverbands Mosel-Eifel-Hunsrück e.V., begrüßte die Gäste, zu denen neben der „Caritasfamilie“ auch kommunalpolitische Vertreter und Familienangehörige der beiden Hauptakteure gehörten. Im Anschluss ergriff Diözesan-Caritasdirektorin Dr. Birgit Kugel das Wort: „Befiehl dem Herrn Deine Wege, mit diesem Vers des Psalms 37 haben wir zur heutigen Veranstaltung einge- laden. Dieser Vers hat für Frau Schug eine tiefe persönliche Bedeutung. Er zeugt von der Haltung, mit der sie sich in den vergangenen rund 38 Jahren für die Caritas der Kirche im Bistum Trier und für Menschen in Not engagiert hat, nämlich mit großem Einsatz und einer gehörigen Portion Gottvertrauen“. Frau Dr. Kugel bezog sich auf das Leitbild des Caritasverbands, für deren Realisierung sich Katy Schug mit viel Engagement einsetzte. Exemplarisch nannte Kugel Projekte und Hilfsangebote im Caritasverband Mosel-Eifel-Hunsrück e.V., z.B. das „Netzwerk Caritas in der Pfarreiengemeinschaft Zeller Hamm“, das 2016 mit dem Elisabeth-Preis ausgezeichnet wurde, oder die beiden, weitgehend ehrenamtlich getragenen Tafeln in Cochem und Wittlich, die für viele Menschen im wahrsten Sinne des Wortes notwendig seien, das Projekt „Paten für Ausbildung“, bei dem Jugendliche auf ihrem Weg zur Berufsausbildung unterstützt werden, sowie nicht zuletzt die Arbeit der fünf ambulanten Pflegedienste, die seit Jahrzehnten in der Bevölkerung sehr geschätzt seien. „Sehr geehrte, liebe Frau Schug, wir haben Sie in all den Jahren erlebt als eine glaubwürdige „Caritasfrau“, die mit Herz, Verstand, viel Erfahrung und Know-how ihre Aufgaben bewältigt hat“, sagte Kugel. Sie überreichte ihr ein Notizbuch, in dem sie ihr reiches Caritas-Wissen festhalten könne und wünschte ihr für den weiteren Lebensweg viel Glück, Gesundheit und Gottes reichen Segen. Sodann richtete Frau Kugel ihr Wort an Katy Schugs Nachfolger Frank Zenzen: „Mögen Sie in Ihrem Tun den Segen Gottes und die daraus erwachsende Kraft erfahren“, so Kugel, die ihm zum Einstieg ein „Caritas-Starter-Kid“ mitgebracht hatte, das unter anderem aus der Chronik der Caritas im Bistum Trier bestand. Nach dem Lied „Über sieben Brücken musst du gehen“, würdigte der Vorsitzende des Caritasrates, Alfred Steimers, das Wirken der scheidenden Direktorin Katy Schug und begab sich auf einen Streifzug durch ihr berufliches Leben. Ihre berufliche Laufbahn startete sie, nach dem Studium der Sozialarbeit in Aachen und der 1. Hälfte des Anerkennungsjahres bei der Kreisverwaltung in Simmern, am 1. April 1980 beim Caritasverband in der Geschäftsstelle in Simmern in den Bereichen Schwangeren- beratung und Krankenhaussozialdienst. Am 1. November wechselte Sie zum Caritas- verband Cochem-Zell und übernahm dort am 1. Januar 1984 als Geschäftsführerin die Leitungsaufgaben. Am 1. Januar 2009 wurde sie zudem Geschäftsführerin der Caritas- Geschäftsstelle Wittlich und die beiden Geschäftsstellen Cochem und Wittlich wurden unter ihrer Leitung zusammengeführt. Die Mitarbeiterzahl stieg von 34 im Jahr 1984 bis heute auf rund 400 Hauptamtliche an. „Über viele Jahre hinweg haben Sie die Geschicke der Caritas in der Region Mosel-Eifel-Hunsrück maßgeblich und engagiert gelenkt und geleitet“, sagte Steimers und stellte beispielhaft einige Meilensteine des langjährigen beruflichen Wirkens Schugs dar. So nannte er als eine gesellschafts- politische Schlüsselaufgabe der kommenden Jahre „Zuwanderung gestalten — Integration fördern“, in der die Caritas im Bereich der Flüchtlingshilfe ein breit gefächertes Angebot an Information, Beratung und Hilfe anbietet, um verfolgten und bedrohten Menschen zu helfen. Besonders hob er den Fachdienst „Caritas der Gemeinde“ hervor, mit dessen Hilfe im Bereich der Verbandsgemeinde Ulmen die Initiative „Dorf.Gemeinschaft.Auderath!“ — ein Kooperationsprojekt von Orts-, Verbands- und Kirchengemeinde sowie dem Caritasverband — erfolgreich gestartet wurde. Steimers dankte Schug für ihr vielfältiges Engagement für die Caritas und den Dienst am Menschen. Dann stellte Steimers den Nachfolger vor. Der 46-jährige, in Greimersburg lebende Frank Zenzen ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er besuchte in Koblenz das Wirt- schaftsgymnasium. Nach dem Abitur studierte er an der Universität in Koblenz Diplom-Pädagogik. Vorher erlernte er den Beruf des Försters. 2008 übernahm er die Leitung der Caritas Werkstätten im Kreis Ahrweiler, eine Einrichtung der St. Raphael Caritas Alten- und Behindertenhilfe GmbH. „Ich bin überzeugt, dass Sie das Werk Ihrer Vorgängerin fortführen zum Wohle jener Menschen, die Information, Rat, Hilfe und Unterstützung der Caritas suchen“, schloss Steimers. Landrat Manfred Schnur sprach für die beiden Landkreise Cochem-Zell und Bernkastel- Wittlich: „Sie, liebe Frau Schug, haben die Probleme der Menschen erkannt und diese zu Ihrer Aufgabe, zur Aufgabe der Caritas gemacht“, so Schnur. „So wie sich die Welt verändert hat, so haben Sie sich den Aufgaben gestellt“. Anke Beilstein (MdL), Mitglied der Finanzkommission und des Kuratoriums der Caritas- Stiftung Mosel-Eifel-Hunsrück, sagte: „Eine Ära geht zu Ende. Nach fast 38 Jahren im Dienst bei der Caritas und nach 34 Jahren Geschäftsführung und Direktion kann man wirklich von der „Ära Schug“ sprechen.“ Caritasdirektorin Martina Best-Liesenfeld und Caritasdirektor Winfried Wülferath über- raschten Katy Schug mit der Anwendung der partizipativen Metaplan-Methode, mit der bei vielen vergangenen, gemeinsamen Geschäftsführertagungen rege gearbeitet wurde. Alle Kolleginnen und Kollegen sammelten auf Moderationskarten, was ihnen zu „Katy“ einfiel und was sie ihr zum Abschied wünschten. Schließlich standen alle Direktoren- kollegen mit je einem Buchstaben in der Hand, die zusammengesetzt den Namen Katy Schug ergaben, auf der Bühne. Als alle anwesenden Mitarbeiter die Bühne betraten und ihrer scheidenden Chefin mit dem Gedicht „Ich wünsche dir Zeit“ und dem Song der Höhner „Nimm dir die Zeit“ 38 Rosen — die stellvertretend für jedes Jahr ihrer Dienstzeit standen — überreichten, war Katy Schug zu Tränen gerührt. Ein eigens für ihre Chefin angefertigter, immer- währender Jahreskalender mit Bildern aus der Natur und inspirierenden Gedanken, sollen Katy Schug ein Wegbegleiter nach ihrem Arbeitsleben sein und ein Andenken an Ihre Tätigkeit im Caritasverband. Frank Zenzen dankte für den herzlichen Empfang. Er schilderte, dass er schon eine frühe Verbindung mit dem Caritasverband und den Regionen Mosel, Eifel und Hunsrück habe. Den Caritasverband habe er bereits als Zivildienstleistender in den Jahren 1991 und 1992 kennengelernt. Mit der Region Mosel verbindet ihn, dass er in Cochem auf- gewachsen ist, in der Eifel lebt er und im Hunsrück war er ein Jahr im Forst tätig. Katy Schug betrat, ein letztes Mal als hauptamtliche Caritasdirektorin, die Bühne und erzählte die Geschichte eines persischen Mystikers aus dem 13. Jahrhundert. Dieser traf auf ein frierendes und weinendes Kind. Er reagierte angesichts des Leids und klagte Gott an: „Wie kannst Du das zulassen?“ Er bekam von Gott die Antwort: „Ich lasse es doch gar nicht zu.“ „Aber was tust Du dagegen?“, fragte der Mann — und bekam von Gott die Antwort: „Ich habe DICH erschaffen!“ — Schug kommentierte, das alle aufge- rufen sind, Gott in allem zu vertrauen, aber auch alles Menschmögliche zu tun, um dem Mitmenschen zu helfen. Das sei gelebte Caritas. Schug richtete ihren Dank an Frau Dr. Kugel sowie die Vorsitzenden und Gremien des Caritasverbandes. Anke Beilstein sowie den beiden Landräten Schnur und Eibes dankte sie für die konstruktive Zusammenarbeit. Dann wandte sie sich ihren Kolleginnen und Kollegen zu: „Ich war gerne in eurer Mitte, habe gern mit euch zusammengearbeitet, Anfragen und Probleme diskutiert und Erfahrungen ausgetauscht. Danke, dass ich immer Mensch sein durfte, mich nie hinter einer Maske verstecken brauchte und so sein durfte, wie ich bin.“ Schug wünschte dem Verband, den Mitarbeitenden und den Gremienmitgliedern eine gute Zukunft, viel Kraft und Mut, auch Unbequemes anzupacken, sowie viel Erfolg und Ideenreichtum. „Lieber Herr Zenzen, lieber Frank, ich wünsche Dir eine glückliche Hand mit Deinen Mitstreitern, mit allen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden. Sorge gut für die, die Dir anvertraut werden. Trage Sorge für die Nöte und die Anfragen all derer, die sich an den Verband wenden“, schloss Schug — und überreichte ihrem Nach- folger symbolisch das Steuerrad. Bei einem leckeren Büffet klang die Veranstaltung aus. — Ein schöner, bewegender, von Abschied und Neubeginn geprägter Nachmittag.