„Gratulation für das,

was hier menschlich geleistet wird!“

Cochemer Tafel feierte 10-jähriges Bestehen

19.12.2017 | Vor 10 Jahren öffnete die Cochemer Tafel ihre Pforten — ein Grund, dieses runde Jubiläum mit einer kleinen Feierstunde zu würdigen. „Wir freuen uns über eine solch große Zahl an Gästen, dies ist ein klares Zeichen der Wertschätzung für die Arbeit, die hier in der Cochemer Tafel geleistet wird!“ Mit diesen Worten begrüßte Frank Zenzen, Direktor des Caritasverbandes Mosel-Eifel-Hunsrück die zahlreichen Gäste, unter ihnen Landrat Manfred Schnur, Verbandsbürgermeister Helmut Probst, Verbandsbürgermeister Alfred Steimers, Stadtbürgermeister Wolfgang Lambertz, die Vorsitzende des SKF, Erika Wiegand, Michelle Reis von der Kreis- verwaltung Cochem-Zell, die Tafelmitarbeiterinnen und -mitarbeiter sowie die eingeladenen Unterstützer der Tafel. Caritasdirektor Frank Zenzen und Karin Steffens von der Cochemer Tafel freuen sich über die vielfältige Unterstützung anlässlich des 10jährigen Bestehens der Lebensmittelausgabe in Cochem. Stellvertretend für alle Tafelmitarbeiterinnen und Mitarbeiter dankte Frank Zenzen Frau Karin Steffens, die die Geschicke der Cochemer Tafel seit vielen Jahren lenkt. „Ihr aller Engagement ist es, das diese erfolgreichen Jahre der Tafel möglich gemacht hat. Ohne Sie alle würden wir heute hier nicht stehen“, so der Caritasdirektor. Er zitierte die treffende Aussage von Anke Beilstein „so beklagenswert es ist, dass wir eine solche Einrichtung brauchen, so begrüßenswert ist es, dass wir sie haben.“ Er relativierte die politische und gesellschaftliche Umstrittenheit der Tafel und hob hervor, „dass die Hilfe in Not nirgendwo näher ist, als dort, wo es um die Sicherstellung von Grundbedürfnissen, wie Nahrung, geht. Dies ist für mich Caritas ganz konkret!“ „Tafeln“ im Allgemeinen und die Cochemer Tafel im Speziellen seien mehr als nur Essen-zur-Verfüguung stellen. „Sie sind Begegnungsorte, die soziale Teilhabe an den selbstverständlichsten Dingen ermöglichen, Orte, in denen Beziehungen und Freundschaften wachsen, Orte des Informationsaustausches und der Beratung.“ Die Cochemer Tafel hat bereits ihre eigene Geschichte in diesen zehn Jahren geschrieben. Gestartet als Kooperationsprojekt vom Sozialdienst Katholischer Frauen Cochem-Zell e.V. und der Cochemer Geschäftsstelle des Caritasverbandes Mosel-Eifel- Hunsrück e.V., bezog sie zunächst Räumlichkeiten auf dem Großparkplatz hinter dem Cochemer Bahnhof. Seit ihrem Umzug im Jahr 2012 befindet sie sich — nunmehr unter alleiniger Trägerschaft des Caritasverbandes Mosel-Eifel-Hunsrück e.V. — in der Endertstraße. Von Anfang an und bis zum heutigen Tag sind über 50 ehren- amtlich Mitarbeitende dort tatkräftig aktiv: Fahrer und Beifahrer des Tafelfahrzeuges, die Sortierteams, das Ausgabeteam und die Bürokräfte. „Die Tafel wäre ohne Ehrenamtliche nicht denkbar. Sie sind das Rückgrat der Tafelidee. Ihnen gebührt unserer besonderer Dank, nicht nur an Tagen wie diesen“, so Frank Zenzen. Sein Dank gilt aber auch allen Unterstützern, wie z.B. den Lebensmittel- Dauerspendern, zu denen Discounter, Warenhäuser, Großbäckereien, Bäckereien, Metzgereien und Einzelhandelsläden gehören. Auch Einzelspender, Firmgruppen, Frauengemeinschaften, Sternsinger und Kirchengemeinden tragen zum dauerhaften Bestehen der Cochemer Tafel bei. Dass Geldinstitute die Tafel ebenfalls im Blick haben, zeigte sich im Rahmen der Jubiläumsfeier: Vertreter der Volks- und Raiffeisenbank und der Sparkasse überreichten Caritasdirektor Zenzen und Karin Steffens Geldspenden zur Förderung der Tafelarbeit und dankten den Ehrenamtlichen für ihre Arbeit. An Nikolaus fand darüber hinaus in der Kreisverwaltung Cochem-Zell eine Spenden- aktion statt, deren Erlös von über 250 EUR von Michelle Reis am Jubiläumstag der Tafel übergeben wurde. Bemerkenswert sind zwei weitere Besonderheiten, die zur festen Tafel-Tradition in Cochem geworden sind und auf die Frank Zenzen ebenfalls hinwies: Die „Tiertafel“, bei der einmal monatlich Tiernahrung vom Tierschutzverein „Hoffnungsvolle Hände“ für die Haustiere der Tafelkunden verteilt wird und es so ermöglicht, dass z.B. ältere oder einsame Menschen ihre oft einzigen Begleiter im Leben behalten können, zum anderen die Bücherspendenaktion, die vom Lions-Club Cochem, dem Rotary-Club Cochem und den Suroptimisten Cochem durchgeführt wird, um jedem Kind der Tafelkunden ein altersgerechtes Buch schenken zu können, das die Lesefreude anregen soll. Auch Landrat Manfred Schnur hob die Unverzichtbarkeit der Tafel und das Engagement der Ehrenamtlichen hervor. „Sie erfüllen einen Dienst, den es eigentlich nicht geben dürfte. Doch Armut gibt es auch bei uns — und Menschen, die diese durch ihr Engagement abmildern wollen“, so Manfred Schnur, der von Anfang an nicht nur Schirmherr der Cochemer Tafel ist, sondern sich auch durch seinen persönlichen Beitrag als „Ritter der Tafelrunde“ mit diesem Hilfsprojekt verbunden fühlt. „In unserer Gesellschaft ist Ehrenamt sehr wichtig. Ohne dieses funktionieren Gesellschaft und Demokratie nicht. Und bei der Tafel kommt noch etwas Ent- scheidendes hinzu: Hier entsteht Kontakt zu den Menschen, die nicht auf der Sonnen- seite stehen. Wir sind stolz, Menschen wie Sie zu haben. Dafür eine ganz große Anerkennung und ganz herzlichen Dank, Gratulation für das, was menschlich hier geleistet wird und Dank auch an Caritas“, so der Landrat. Anschließend waren alle Gäste der Jubiläumsfeier herzlich eingeladen zu einem Imbiss und dem Gedankenaustausch, der von allen Anwesenden ausgiebig genutzt wurde.