Ich war gerne „Schwester Rosi“

Caritasverband Mosel-Eifel-Hunsrück verabschiedet Rosi Münich

als Leiterin des Ambulanten Hilfezentrums in Lutzerath

nach 33 Jahren Tätigkeit in den Ruhestand

7.5.2018 | 40 Jahre Tätigkeit im Bereich der Pflege, mehr als das halbe Leben davon als Leiterin der Caritas-Sozialstation / des Ambulanten Hilfezentrums in Lutzerath — auf diese Lebensbilanz kann Rosi Münich zurückblicken, die nun in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet wurde. Sichtlich ergriffen dankt Rosi Münich, ehemalige Leiterin des Ambulanten Hilfezentrums Lutzerath, ihrem  Mitarbeiterinnenteam und allen, die ihren Abschied mitgestalteten.  |  Foto: Sandra Kneip In der Üßbachtalhalle waren alle Stühle besetzt, als Dechant Walter Fuß die Ver- abschiedungsfeier eröffnete. „Wo Menschen sich selbst vergessen, da berühren sich Himmel und Erde. Sich-selbst-vergessen, um kranken und pflegebedürftigen Menschen zu helfen — das haben Sie getan. Sie waren in der Caritas tätig. Sie gaben Jesus Christus ein Gesicht, im Handeln und in der Fürsorge. Sie sind den Menschen auf Augenhöhe begegnet, es waren  nicht „die Patienten“, es war immer die Einzelperson. Möge Gott das gute Werk vollenden, dass er in Ihnen begonnen hat“, so der Dechant, der abschließend Gottes Segen für die scheidende Leiterin erbat. Caritasdirektor Frank Zenzen dankte Rosi Münich für ihren großen persönlichen Einsatz in der Caritas-Sozialstation Lutzerath, die seit 1995 unter der Bezeichnung „Ambulantes Hilfezentrum“ für Kranke und Pflegebedürftige in den Verbandsgemeinden Ulmen und Kaisersesch eine nicht mehr wegzudenkende Hilfe im Alltag darstellt und einen gut versorgten Aufenthalt in der häuslichen Umgebung ermöglicht. „33 Jahre in der Caritas- Sozialstation, davon 32 als Leiterin, das sind sehr außergewöhnliche Zahlen“, so Frank Zenzen. Für diese mehr als drei Jahrzehnte vorbildlichen Engagements dankte auch Alfred Steimers, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Ulmen. Er zitierte Rosi Münich, die in der Vergangenheit ihr Selbstverständnis einmal mit den Worten beschrieb: „Mein Team und ich, wir sind ein Netz, das auffängt und trägt“. Er hob die Bedeutung dieser Worte hervor und betonte, wie wichtig es ist, dass es ein derart kontinuierliches Netz gibt: „Sie haben so auf Dauer sichergestellt, dass ältere Menschen zu Hause leben können. Und auch in Zukunft muss der Mensch mit seinen Sorgen und Nöten im Mittelpunkt stehen. Danke für das, was Sie für die Menschen in den beiden Verbandsgemeinden getan haben, danke für diese herausragende Lebensleistung!", so Alfred Steimers, der in seiner Doppelfunktion als Verbandsbürgermeister und Caritasratsvorsitzender Rosi Münich einen Gutschein von der Staatstherme Bad Bertrich als Anerkennung über- reichte. Dem Dank und der Anerkennung schloss sich auch der Lutzerather Ortsbürgermeister Günter Welter an. „Allein das Wissen, dass es die Versorgung durch die Caritas-Sozial- station gibt, gibt der älteren Generation ein Gefühl der Sicherheit“, so Günther Welter. „Die Zusammenarbeit mit Ihnen war immer sehr gut, es war ein schönes gegenseitiges Geben und Nehmen!“ Er wünschte „Schwester Rosi“ noch viele gesunde Jahre im Kreis der Familie und überreichte der passionierten Wanderin eine Softshell-Wanderjacke. Die Mitarbeiterinnen des Ambulanten Hilfezentrums hatten sich für die Verabschiedung ihrer „Chefin“ auch viel Schönes und Abwechslungsreiches ausgedacht. Die beiden Mitarbeiterinnen Janine und Janja dankten mit einem Gedicht, das eine 94-jährige Patientin für „Schwester Rosi“ geschrieben hatte, sowie mit einem stimmungsvollen Lied, das sie selbst auf der Gitarre begleiteten. Das gesamte Mitarbeiterinnen-Team kam dann auf die Bühne und versprach mit einem eigens getexteten Lied „Mit 62 Jahren, da fängt das Leben an“ und überreichten neben Geschenken einen Wander- stock, damit „ihre Rosi“ neue Wege beschreiten kann. Fachdienstleiterin Sandra Kneip, Hygienebeauftragte Ute Werner, Pia Kleinmann und Elke Lehnen, Leiterinnen der Caritas-Sozialstationen Treis- Karden und Zell sowie die Leiterin der Sozialstation Bernkastel-Kues Margret Roth, hatten eigens ein Gedicht „für Rosi“ mitgebracht und überreichten ein weiteres Geschenk im Namen des Leitungsteams. Sandra Kneip ließ anschließend das Wirken von Rosi Münich Revue passieren — von der Ausbildung zur Krankenschwester im Krankenhaus Mayen, über die OP-Tätigkeit in Bingen, bis hin zur Aufnahme ihres Dienstes in der Caritas-Sozialstation in Lutzerath am 1.1.1986, deren Leiterin sie am 1.9.1992 wurde. „Du hast Dich zu jeder Zeit für die Belange der Patienten eingesetzt, viele Weichen für die Weiterentwicklung der Angebote der Sozialstation gestellt. Dein Ziel war es immer, auch für Deine Mit- arbeiterinnen da zu sein, hast uns durch Deine ruhige, rücksichtsvolle Art getragen, hattest immer ein offenes Ohr für unsere Sorgen und Nöte. Du warst uns Wegbereiter und Wegbeleiter“, so die Fachdienstleiterin der Ambulanten Dienste des Caritas- verbandes Mosel-Eifel-Hunsrück e.V., die sich sehr darüber freut, dass die jährliche Benotung durch den MDK nur eine Note kennt: 1.0! „Du wirst uns fehlen“, so Sandra Kneip. Da jedem Abschied auch ein Neuanfang folgt, begrüßte Caritasdirektor Frank Zenzen Inge Melchiors als Nachfolgerin von Rosi Münich. „Sie sind eine sehr qualifizierte neue Leiterin mit vielen verschiedenen Qualifikationen. Seit 17 Jahren konnten Sie als Mit- arbeiterin und seit gut einem Jahr auch als stellvertretende Leiterin überzeugen. Ich wünsche Ihnen gute Nerven, Geduld, Durchhaltevermögen, Erfolg, Spaß an der Arbeit und Gottes Segen“, so Frank Zenzen. Inge Melchiors persönlicher Wunsch folgt dem Stil ihrer Vorgängerin: „Wir wollen weiterhin ein kompetenter Pflegedienst sein, der die beste Versorgung für ältere und kranke Menschen bietet! Dies ist nur möglich mit einem starkem Team, wie wir es haben“. Sie dankte Rosi Münich für ihren Einsatz, sowie die schöne Zusammenarbeit und wünschte ihr für die Zukunft nur das Allerbeste. Bevor die Gäste der Abschiedsfeier bei Kaffee, Kuchen und einem Imbiss ins Gespräch kamen, bedankte sich Rosi Münich für die Wertschätzung und Anerkennung, die ihr an diesem Nachmittag zu Teil wurde und vor allem aber auch bei denen, die ihren Weg über die vielen Jahre begleitet hatten. „Dazu gehören nicht nur die Geschäftsführung, der Vorstand und die Mitarbeiter- vertretung, sondern auch die Familie, die immer Verständnis hatte und mitgeholfen hat, wo sie konnte. Ganz besonders danke ich auch meinem Team, das immer zusammen gehalten hat, auch wenn es mal kritisch wurde. „Ich war gerne „Schwester Rosi“ und wünsche meiner Nachfolgerin Inge viel Glück. Möge es ein guter Weg werden“.